Hochzeitsfotografen am Hochzeitstag – was sie wirklich tun

Was macht ein Hochzeitsfotograf eigentlich den ganzen Tag? Hier steht, wie ein Hochzeitstag aus meiner Perspektive abläuft – von morgens um neun bis nachts um eins.

Auszug aus der Kirche mit Seifenblasen bei einer Hochzeit

Morgens: ankommen, bevor es losgeht

Wenn ihr das Getting Ready dabei haben wollt, bin ich schon da, bevor das Kleid angezogen wird. Das hat einen praktischen Grund: Ihr gewöhnt euch an die Kamera, solange noch nichts Offizielles passiert. Nach einer halben Stunde vergesst ihr, dass ich im Raum bin – und genau ab dann werden die Bilder gut.

Nebenbei schaue ich mir an, wie das Licht in den Räumen steht und wo ich später stehen werde. Diese Vorarbeit sieht man auf keinem Bild.

Die Trauung: der Teil, den man nicht wiederholen kann

Bei der Trauung habe ich genau einen Versuch. Deshalb bin ich hier nie allein: Während ich vorne beim Brautpaar stehe, fotografiert meine zweite Fotografin die Gesichter im Publikum. Der Blick der Mutter beim Einzug passiert nur einmal, und er passiert hinter meinem Rücken.

In Kirchen halte ich mich an die Regeln des Ortes und bewege mich so wenig wie möglich. Man soll den Fotografen an einer Trauung nicht hören.

Apéro: die Stunde, in der am meisten passiert

Der Apéro ist fotografisch die dichteste Zeit des Tages. Gratulationen, Umarmungen, Kinder, die durchs Bild rennen, Freunde, die sich lange nicht gesehen haben. Ich gehe herum und fotografiere, was ohnehin stattfindet.

Wenn Gruppenbilder gewünscht sind, machen wir sie hier – vorbereitet, mit Liste, damit es zügig geht. Zwanzig Minuten, nicht anderthalb Stunden.

Brautpaar beim Apéro nach der Trauung

Die Paarbilder: kürzer, als ihr denkt

Irgendwann am späteren Nachmittag gehen wir kurz weg. Je nach Weg sind wir zwanzig Minuten bis zwei Stunden unterwegs, das eigentliche Fotografieren dauert davon fünf bis zwanzig Minuten. Ich stelle euch nicht hin und erkläre euch Posen. Ihr redet miteinander, ich fotografiere.

Abends: Reden, Torte, Tanz

Am Abend wird es dunkler und ich langsamer. Reden werden gehalten, geweint und gelacht, die Torte kommt, irgendwann läuft die Musik. Ich bleibe in der Regel, bis der erste Tanz vorbei ist oder die Party richtig läuft – dann sind die Bilder gemacht und ihr gehört dem Abend.

Danach: die Arbeit, die niemand sieht

Nach der Hochzeit sitze ich an den Bildern. Pro Stunde Reportage bekommt ihr 30 bis 50 fertig bearbeitete Bilder. Ein paar Vorschaubilder gibt es kurz danach, die vollständige Galerie in der Regel nach drei bis vier Wochen.

Wie das im Detail abläuft, steht auf der Seite Hochzeitsreportage.

Heiratet ihr bald?

Schickt mir Datum und Ort eurer Hochzeit – ich melde mich innerhalb von zwei Tagen, ob ich frei bin. Danach treffen wir uns bei einem Kaffee in meinem Studio in Zürich, ganz unverbindlich.